Kuhgebundene Kälberaufzucht – passt das auch zu meinem Betrieb?

Die frühe Trennung der Kälber von den Müttern mit einer sofortigen Einzelhaltung der Kälber ist heute gängige Praxis in vielen Milchviehbetrieben. Dieses Verfahren wird aus verschiedenen Gründen als bestes Vorgehen für Kalb und Kuh angesehen. Einige, meist ökologisch wirtschaftende Betriebe haben sich in den letzten Jahren dafür entschieden, die Kälber wieder mit Kontakt zu Kühen aufzuziehen. Die Beweggründe sind vielfältig:

Die Tiere sollen ihr Verhalten ausleben können, die Gesundheit der Kälber soll verbessert werden, durch den Verzicht auf die Eimertränke wird die Einsparung von wertvoller Arbeitszeit erwartet und nicht zuletzt gehen manche Betriebe damit auch direkt auf die Wünsche von Verbraucher:innen ein. Sobald Menschen ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft nämlich erfahren, dass Kuh und Kalb gewöhnlich nach der Geburt getrennt werden, reagieren sie meist ablehnend auf dieses Vorgehen. Dagegen bekommen Betriebe, die eine kuhgebundene Aufzucht durchführen, oft viele positive Rückmeldungen und werden auch von anderen Landwirt:innen gefragt, wie man dieses Aufzuchtsystem auf dem eigenen Betrieb umsetzen könnte.

Hier setzt nun das Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) zur „Entwicklung eines Handlungsleitfadens zur erfolgreichen Milcherzeugung mit Kuhgebundener Kälberhaltung“ an.